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eute haben wir den Palacio Barolo besichtigt.

Ein imposantes Gebäude!
Wir haben uns einer Führung angeschlossen, das dauert etwa 45 Minuten und kostet 50 Pesos, 65 ab Januar.
Das Tolle daran ist: man kommt bis ganz oben in den Leuchtturm und hat einen fantastischen Blick über die Stadt. Schwindelfrei sollte man allerdings sein und auch nicht unter Platzangst leiden, der Gang mit den letzten Stufen ist so eng dass man nur mit eingezogenem Kopf und Schultern hoch kommt. Oben sitzt man dann vorsichtig auf den Streben die die Glaskuppel zusammen halten und lauscht dem Vortrag des Führers.

ein Wikipedia Auszug :

Der Palacio Barolo wurde zwischen 1919 und 1923 von dem italienischen Architekten Mario Palanti erbaut. Es hat 22 Stockwerke, ist 100 Meter hoch und eine Gesamtfläche von 16.630 m². Der Baustil ist eklektisch.
Das Gebäude wurde von dem Unternehmer Luis Barolo in Auftrag gegeben. Barolo war ein italienischer Einwanderer, der 1890 nach Argentinien kam und durch die Herstellung von Strickwaren vermögend wurde.
Der Palacio Barolo wurde entworfen im Einklang mit dem Kosmos, wie er in Dante Alighieris Göttlicher Komödie beschrieben wurde. Die 22 Etagen sind in drei Sektionen unterteilt. Der Keller und das Erdgeschoss repräsentieren die Hölle, die Etagen 1 bis 14 das Fegefeuer  und 15 bis 22 den Himmel.
Die Höhe von 100 Metern entspricht den 100 Gesängen der Göttlichen Komödie.

Der Leuchtturm auf dem Dach des Gebäudes kann noch in Montevideo gesehen werden.

Selbst ein harmlos erscheinendes Stuckelement wird im richtigen Winkel betrachtet zur Fratze. Es gibt viele so interessante Details.

Die Aufzüge sind umwerfend schön:

Ein update zu den Gratis Fahrrädern:

heute haben wir eine offene Leihstation ausfindig gemacht, aber nix da! Gratis nur für Einwohner von Buenos Aires. Der Angestellte dort war sehr nett und fand auch dass das nicht richtig sei. Eine Änderung sei wohl geplant. Bis dahin für Touristen nur:
http://www.labicicletanaranja.com.ar/english/alquiler_en.html
mit der Möglichkeit an verschiedenen Stationen zu mieten und abzugeben.
Für einen Monat kommt das auf 160 Euro, da kauft man besser ein gebrauchtes Rad, aber Achtung- einem Freund ist bei seinem gebrauchten nach einigen Tagen die Gabel gebrochen. Er hat Glück gehabt dass er dabei nicht gerade auf der Corrientes unterwegs war…

Auf einer meiner Fahrradtoren habe ich etwas sehr nettes erlebt:
Unschlüssig wo ich das Rad anketten sollte, schaute ich suchend in der Gegend herum und fand dann einen Pfosten nahe einer Bushaltestelle. Eine ältere Dame die dort in der Warteschlange stand, schaute mir dabei zu und sprach mich an. Ich habe erst nicht verstanden was sie von mir wollte. Es stellte sich heraus, sie war besorgt das Rad könnte mir gestohlen werden. Sie bestand darauf mich zu ihrem Wohnhaus zu begleiten und den Pförtner zu bitten dass ich es es dort für einen Stunde im Eingangsbereich abstellen darf.
Unterwegs mit dem Fahrrad habe sehr viele nette Begegnungen wie diese erlebt. Kaum stand ich etwas hilflos die Karte drehend an einer Ecke, wenn ich mich mal wieder verfahren hatte, schon war  jemand zur Stelle um mir zu helfen.
Theoretisch gilt auch hier auch eine rechts vor links Vorfahrtregelung. Heute habe ich mir ein Herz gefasst und es gemacht wie all die anderen Radfahrer und mich zum ersten Mal getraut die Vorfahrt auch zu beanspruchen: dazu muss man mutig weiterfahren, nicht anbremsen. Mein Herz hat geklopft, aber das Taxi blieb 20 cm vor mir stehen…

Am Abend waren wir noch in der Milonga „el Arranque“, Bartholemé Mitre 1759
Es war nicht mehr viel los, sie beginnt schon um 15.00 Uhr, gegen 20.00 Uhr gehen so langsam alle. Ich fand es sehr schön den überwiegend älteren den Leuten dort zuzusehen. Auf den ersten Blick ein etwas schräges Bild, nicht gerade die korrektesten Haltungen, um es mal gelinde auszudrücken, unglaubliche Positionen der Arme, schräge outfits der Damenwelt, der obligatorische Schlüsselbund in der hinteren Hosentasche, befestigt per Karabiner bei den Herren.
Dann schaut man ein bisschen intensiver und ist zunehmend faszinierter von der tänzerischen Umsetzung der Musik. Absolut treffsicher werden ganz beiläufig und unangestrengt schwierige Akzente in der Musik getanzt, man sieht Melodie und Rhythmus, Pausen genau da wo sie hingehören, wunderschön.
Ich hätte gern Fotos gemacht, aber das empfand ich als sehr unpassend.
Da gehe ich nächste Woche nochmal hin!

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